Steck Dir eine Aubergine an!

Ich mag – wie schon geschrieben – Tim Mälzer (siehe “… Du bist doch krank!”).

Als ich nachts mal wieder nicht schlafen konnte, zappte ich mich durch die televisionäre Kanalisation. Neben abartigem Zelluloid-Abfall lieferte selbst “sport1″, der neue, schicke Spartensender, wieder Onanier-Vorlagen für jene Gattung blöder Schwanzträger, die 2,99 Euro die Minute und mehr für ‘ne geile Gelegenheit halten.

Ehe mir final der Glaube an das Gute im (männlichen) Menschen abhanden ging, rettete ich mich auf öffentlich-rechtliches Ufer, auf eine der ARD-Digital-Spielwiesen, wo Master Mälzer Magenstreichler managte. Sein zu nachtschlafender Zeit zelebrierter Zungenschnalzer waren gefüllten Garnelen an Auberginenpüree (Rezept hier).

Mälzer ist nach wie vor nicht maulfaul und deshalb stets für Pointen gut: Zur Aubergine fiel ihm ein, dass sie – wie übrigens Chili (was auch als Paprika, Peperoni, Pfefferoni durchgeht) – zur Familie der Nachtschattengewächse gehöre. Das sind darüber hinaus auch Kartoffeln, Tomaten – und alle Tabak-Arten.

Küchenkünstlers Tipp daher an die Kettenraucher unter uns: Wenn abends mal die Fluppen ausgehen, sollte man sich einfach eine Aubergine anstecken …

Ich glaube, meine (Niko-)Tina würde sich auf diesem Wege sicherlich die üble Qualmerei abgewöhnen. Aber mich dazu gleich mit.

“Gothajský salam” vs. “Kölsch Kaviar”

Als ich heute nach einem Terminchen durchs Städtchen trabte, kam mir ein Radler entgegen. Meiner ansichtig werdend, bremste er abrupt. Was mich wunderte, aber  meine Vorwärtsbewegung nicht hemmte. Erst beim zweiten Hinschauen und nachdem er mich bei meinem Namen nannte, erkannte ich ihn: Es war Klaus Exner, der Ex-Bürgermeister der Stadt Gotha.

Er habe mich eh mal anrufen wollen und jetzt treffe er mich zufällig, wie gut! Die Kolumne “Salam aleikum” im “Oscar am Freitag” (auch hier im Blog) habe es ihm angetan. Er wolle sich vergewissern, ob „Gothajský salam“ tatsächlich so furchtbar gewesen wäre … Unter gleichem Namen habe er in Martin, der slowakischen Partnerstadt Gotha, eher Wohlschmeckendes bekommen.

Das änderte aber leider nichts daran, dass dieses Zeugs in der tschechischen Bier-Metropole Plzeň absolut ungenießbar war.

Übrigens: „Gothajský salam“ mundete nicht nur mir nicht. Auch “Oscar”-Herausgeber, langjähriger Freund und Weggefährte zu frühen TA-Zeiten, Maik Schulz, hatte sie eher mit langen Zähnen angenommen. Korrekterweise: die Kolumne darüber.

Und während ich mit Klaus Exner noch über dies & jenes sprach, fiel mir mein zweitschlimmstes Essenserlebnis ein: Kölsch’ Kaviar. Weiterlesen

Soljanka, die zweite …

Über 40 und blond – das bin ich eben doch! Denn wenn man schon über Soljanka redet oder schreibt und im Speziellen dies vor dem Zenkerschen, dem mütterlichen (Rezept-)Hintergrund tut, darf man eine Speise nicht vergessen:

Zigeunerbrot

“political correctness” würde heute daraus “Sinti und Roma”-Brot machen. Ich bin sicher, damals gab es keine rassistischen Beweggründe, die Speise so zu nennen. Wobei sich mir nicht einmal bei längerem Grübeln erschließt, warum das Zigeunerbrot zum Namen “Zigeunerbrot” kam … Weiterlesen

Köstlicher Nährwert mit ländlichem Mehrwert (Soljanka)

UWE – „Ukrainische Wurststreifen-Essenz“. So nennt mein Freund und Meisterkoch Andreas Motter Soljanka.

Aber, bei allem Respekt, da irrt Master Motter – bezogen auf die territoriale Zuordnung. Denn wer sich Muße nimmt und auf Spurensuche begibt, wird nicht nur bei Wikipedia fündig. Lobpreiset dennoch die Autoren dieser freien Enzyklopädie, die richtigerweise schreiben:

„Entgegen verbreiteter Rezeptbezeichnungen ist die Soljanka traditionell in der ukrainischen und weißrussischen Küche nicht anzutreffen.“

Ihren Ursprung darf man getrost im Dunkel der russischen Küchengeschichte suchen. Soljanka, nach überlieferter Rezeptur zubereitet, ist eine säuerlich-scharfe Suppe. Bei der Soljanka werden Stschi (Kraut, saure Sahne) und Rassolnik (Salzgurken, Gurkenbrühe) vereinigt. Flüssige und dicke Bestandteile der Suppe bereite man dabei unbedingt getrennt und vereine sie erst wenige Minuten vor dem Servieren! Weiterlesen