Touristen-Tipp (5): Achtung – pyromane Beetnässer!

Gothas Landrat wird keine Katastrophenmeldung herausgeben. Gothas Landrat hat’s schließlich erlaubt: Ab Montag dürfen im Gothaer Land wieder kollektive Abfallabfackelorgien stattfinden. Und nicht nur zwei Wochen, wie die Jahre zuvor. Nein: Es stinkt zum Himmel und sonst wo hin bis 1. April 2011. Kein Aprilscherz!

Deshalb: Kleingärtner, aller Länder vereinigt Euch! Sonst habt ihr bald nichts mehr zu Lachen … Uns anderen vergeht nämlich der Spaß wegen Euch. Weiterlesen

Touristen-Tipp (4): “Einfälle aus Abfällen”

„Einfälle aus Abfällen“ – so ist der Titel einer neuen Ausstellung auf Schloss Friedenstein zu Gotha.

Im Museum für Regionalgeschichte und Volkskunde ist diese neue Sonderausstellung ab 3. Oktober und bis 30. Januar 2011 zu sehen.

Sie zeigt, welch erstaunliche Dinge sich durch originelle Wiederverwertung herstellen lassen. Es sind Exponate einer Sammlung eines südhessischen Sammlers aus Entwicklungsländern. Sie werden durch das Museum für Regionalgeschichte mit vergleichbaren Stücken aus der deutschen Nachkriegszeit ergänzt, als der Alltag ebenfalls von Hunger und Armut geprägt war.

In der Dritten Welt gehören Recyclingprodukte auch heute zur Alltagskultur. Aus Autoreifen werden Sandalen, aus Blechdosen Henkeltassen, aus Ölkanistern Gießkannen, aus Kronkorken Souvenirs und Glühbirnen Petroleumlampen oder Ersatz für Lupen und Reagenzgläser in den Schulen. Das erscheint wie ein Blick in unsere eigene Geschichte, als nach 1945 aus Stahlhelmen Koch- oder Nachttöpfe wurden, Fallschirmseide den Stoff für Blusen und Kleider lieferte oder man Granatkartuschen zu Bechern umarbeitete.

Gotha adelt …

Zugegeben; Gotha ist nicht Weimar. Aber Gotha ist unter den Blaublütigen Europas mindestens so bekannt. Wahrscheinlich sogar wesentlich bekannter: Schließlich ist einem das familiäre Hemd deutlich näher als die historisch-kulturelle Hose.

Das Gotha-Coburger Herzogshaus hat es in wenigen Jahrhunderten geschafft, sich mit halb – nein: eher mit dreiviertel – Europa zu verschwägern,  Wenn Sie schon immer wissen wollten, wer mit wem wann welchen Ring wechselte – “hier werden Sie geholfen”, würde Frau Pooth sagen, wäre sie Botschafterin des “Thüringentages 2011″, der vom 8. bis 10. Juli 2011 in Gotha stattfindet.

Weiterlesen

Touristen-Tipp (2): Auf den Spuren von Rapunzel und der Mundharmonika

Friedrichroda hat ’was! Warum sonst kommen Filmemacher immer wieder in dieses kleine Städtchen? Wie das ZDF, dass die gelungene Neuauflage von „Hänsel und Gretel“ hier drehte. 1957 ließ „Rapunzel“ aus dem Turm des Schlosses Reinhardsbrunn für die DEFA ihr goldenes Haar herab. Und „Holländer-Michel“ Erwin Geschonneck vermachte 1950 in der Marienglashöhle dem armen Köhlerjungen Peter Munk „Das kalte Herz“.

Dass Touristen nach Friedrichroda strömen, liegt aber weniger an der von Cineasten begehrten Kulisse. Vielmehr findet sich hier Thüringens Ursprung. Es mag ein wunderbarer Sommernachmittag des Jahres 1039 gewesen sein, als der Legende nach aus dem Mainfränkischen Ludwig der Bärtige in die Gegend kam. Von einer Bergeshöh’ genoss er die wunderbare Aussicht und befahl, an dieser Stelle eine Burg zu bauen. Dazu musste einer seiner Vasallen namens Friedrich den dichten Wald roden. Und so bekam der Ort seinen Namen.

Einer der neun ausgeschilderten Wanderwege rings um Friedrichroda führt nun hinauf zur ehemaligen Schauenburg, dem 1044 vollendeten Stammsitz der Ludowinger, wie sich das Geschlecht der Thüringer Landgrafen nannte.

Deren erster, Ludwig der Springer, wurde hier geboren. Ihm ist auch zu verdanken, dass die Wartburg auf Friedrichrodaer Grund und Boden steht. Denn als er erwachsen war, hielt ihn der Vater an, nahe des Stammsitzes zu bleiben. So nahm der Pfiffige der Überlieferung nach heimatliche Erde mit und ließ darauf 1067 seine Burg auf dem Warteberg errichten. Weiterlesen

Touristen-Tipp (1): Wandern in wirklich Wagnerianischer Wunderwelt

Nahe Eisenach recken sich die Hörselberge gen Himmel. Ihre artenreichen Pflanzen- und Tierwelt ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet. Sie gelten aber auch als sagenumwobenstes Bergmassiv Deutschlands. Und dies schon, bevor 1842 bis 1845 Richard Wagner, von der Muse geküsst, seinen „Tannhäuser“ schrieb.

(Repro “Tannhäuser und Venus”, 1873, Otto Knille (1832-1898). Öl auf Leinwand, 269 x 283 cm)

Bayreuth. 165 Jahre später. Schöne und Reiche – an Geld und Einfluss – drängen auf den grünen Hügel. Es walhallat wieder: Richards Geist weht bei den Festspielen. Noch bis Ende August.

Wahre Wagnersche Inspiration findet aber auch, wer auf den 484 m hohen Großen Hörselberg steigt; leicht zu erreichen vom nördlich gelegenen Hastrungsfeld-Burla. Droben steht seit 1890 ein Schutzhaus für Wanderer, heutigentags eine gut besuchte Ausflugsgaststätte. Genießt man von hier den Panoramablick zum Thüringer Wald, kann dies schon zu großen Taten inspirieren.

Im Mittelalter hieß das Bergmassiv „Hörseelenberg“: Die Menschen konnten sich Naturphänomene wie Blitz und Donner nur mit Geistern und Dämonen erklären. Also rankten sich bald Sagen um die Hörselberge: Frau Venus, Ritter Tannhäuser, Frau Holle, Wotan, das Wilde Heer und die Getreuen Eckardt sind seither mit dem lang gezogenen Bergrücken aus Muschelkalk verbunden.
Weiterlesen