5 Euro, Arbeitsdienst oder Steuerparadies

Warum machen 5 Euro mehr oder weniger Hartz IV die Leute rebellisch? Weil JEDER sich vorstellen kann, wie viel oder wenig 5 Euro sind. Jeder, der nicht arbeitet. Aber erst recht jeder, der arbeitet.

Die aktuelle Debatte muss dennoch anders geführt werden. Denn weder die 5 Euro Plus (machen bei 6,7 Mio. Empfänger 402 Mio. Euro Mehrausgaben pro Jahr aus), noch Hartz IV sind die wirklichen Herausforderungen, an denen Politik gemessen werden sollte. Vielmehr geht es um die Macht der Gewohnheit. Darum, dass alles Mögliche “schon immer” so erledigt wurde. Es geht um Neid in europäischen Dimensionen und globale Gier.

Seid verschlungen, Millionen von Millionen! 167.400 Millionen Euro, um genau zu sein. Diese Summe nennt der aktuelle Subventionsbericht des Instituts für Weltwirtschaft der Universität Kiel für Deutschland. Subventionen – das sind demnach alle Arten von Steuervergünstigungen und Finanzhilfen (Tabelle 1).

Die Unzahl von Fördertöpfen auf allen Ebenen hat übrigens inzwischen einen neuen Berufsstand erzeugt: Subventions-Scouts. Die oben erwähnte Kieler Studie zeigt u. a. für ein mittelständisches Unternehmen 44 Fördermöglichkeiten, die es zugleich oder nacheinander nutzen könnte. Weiterlesen

Hirn an!

Forscher aus den USA und Irland von der Rutgers Universität in Newark haben belegen können, dass in uns Menschen ein Grundbedürfnis nach Gerechtigkeit verankert sei.

Sozialwissenschaftler behaupten das seit langem. Sie meinen auch, dass schon bei Zweijährigen „ein Urbedürfnis nach Gerechtigkeit“ vorhanden wäre, wie es der Schweizer Psychoanalytiker Léon Wurmser nennt.

Bei Testpersonen wurde mittels Magnetresonanztomografie nachgewiesen, dass bestimmte Gehirnregionen aktiver werden, wenn jemand einen Vorteil erlangte, aber erst recht, wenn etwas zu seinem Nachteil geschah, berichtet „Spiegel Online“.

Mich irritiert diese wissenschaftliche Erkenntnis. Weiterlesen

“Oscar”-Kolumne: DSDS – Deutschland sucht den Demagogen-Star…

’ne Westerwelle rauscht durchs Land. Als ob ein gieriger Greif überm Hühnerhof kreist, spektakelt deshalb alles durcheinander. Guido sollte man wegen seiner verbalen Hartz VI-Holzereien zum „Sturmgeschütz der Demagogie“ ernennen.

Rudolf Augstein – hoch droben im Publizisten-Himmel – möge mir vergeben: 1963 erkor er schließlich seinen SPIEGEL zum „Sturmgeschütz der Demokratie“, weil das Hamburger Nachrichtenmagazin Adenauer & Co. ordentlich (und vor allem öffentlich!) Feuer unterm rheinisch-selbstgefälligen Hintern machte. Weiterlesen