Digital natives. Die Ent- oder Weder-Generation. Einser oder Nullen. An- oder Ausmacher. Wer nach 1990 geboren ist, zählt dazu. Oder wird dazu gezählt. Es gibt nämlich auch Verweigerer. Tatsächlich! Jungvolk, das nicht internett ist. Das nicht gleichzeitig zwitschert und simst oder facebockig der Welt seine Lust wie seinen Frust ungefiltert und ungefragt hinterbringt, Ich habe in nächster familiärer Nähe ein solch seltenes Exemplar. Sozusagen eine analoge Alternative zur digitalisierten Social Media-Manie. Das Erstaunliche daran ist, dass die junge Dame weder an Kontaktarmut erkrankt ist und auch nicht von ihrem durchaus andersgearteten, multikanal-kontaktkonformen Freundeskreis wie eine Aussätzige behandelt wird. Kann schon sein, dass es an ihrem Job liegt. Wer sich ums gastliche Wohl anderer kümmert, ist zumeist fix und foxy, kommt er nach Hause. Allerdings schreibt die Süße noch keine Briefe … Aber was nicht ist, kann ja noch werden!
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Klug-Scheißereien (6): E-Mail
Ich las eben, dass Twitter die nächste Schallgrenze durchbrochen haben soll: 20 Mrd. Nachrichten täglich seien demnach verschickt worden. Binnen fünf Monaten hat sich also das Aufkommen verdoppelt …
Wegen dieser Nachricht fiel mir ein, dass die E-Mail in Deutschland morgen 26. Geburtstag feiert: Am 3. August 1984 wurde in Deutschland um 10.14 MEZ die erste Internet-E-Mail empfangen. Weiterlesen
Das tapfere Schneiderlein …
85 Jahre – und kein bisschen leise. Das ist Wolf Schneider. Ich verehre den alten Herren, weil er der deutschen Sprache immer wieder eine Lanze bricht.
Jetzt haben ihn die UniSPIEGEL Redakteure Rafaela von Bredow und Jan Friedmann interviewt. Wer wissen will, warum Schneider künftigen Journalisten abrät, Germanistik, Soziologie, Psychologie oder Kommunikationswissenschaften zu studieren, der lese das Interview!
Auf diplomatischem Parkett würde Schneider keinen Ruhm erlangen, dafür schwingt er zu gern die Keule. Beispiel gefällig? Blogger genießen bei ihm wenig Ansehen:
“Sie schreiben aus einem narzisstischen Antrieb heraus, sind fasziniert davon, dass sie sich einfach nur einstöpseln müssen, ihrem Mitteilungsdrang ungebremst nachgeben dürfen und damit auf einem Weltmarkt vertreten sind, den man früher mit einem Brief nie hätte erreichen können. Leider endet das meist in unendlicher Geschwätzigkeit.”
Bei Twitter sieht Schneider den Vorzug, dass “die Beschränkung auf 140 Zeichen die Menge des Geschwätzes” mindere.
Schneiders Verallgemeinerungen polarisieren, sind sicher nicht immer fair. Dennoch hat er auch heute noch gute Vorschläge für alle, die schreiben:
“Erstens: Denk nach, bevor du zu schreiben beginnst. Zweitens: Sei nicht beeindruckt, dass du einen Satz geschrieben hast. Jetzt beginnt erst die Arbeit. Wer schnell zufrieden ist, reiht sich ein in die Schar all jener, die niemals gelesen werden.”