Ranking: 1 Ackermann = 278 Aschenbrenner

2009 bekam Josef Ackermann, der Vorstandschef der Deutschen Bank, zehn Millionen Euro Gehalt, erfolgsabhängige Anteile eingeschlossen. Damit war er Bestverdiener unter den Chefs der größten deutschen Konzerne.

Der Magie der großen Zahlen bin auch ich erlegen. Deshalb portionieren wir mal hier das Spitzengehalt auf Monats-Häppchen: Sind immer noch stolze 834.000 Euro. Oder – aufs „Tageshonorar“ heruntergebrochen – 27.400 Euro, leicht aufgerundet.

Das löckte bei mir wider dem Stachel. Ich habe deshalb eine neue Einheit kreiert – den „Ackermann“.

Für einen „Ackermann“ bekommt man:
0,5 Michael Schumachers
0,2 Franck Ribérys
35,1 Barack Obamas
38,4 Angela Merkels
43,2 Nicolas Sarkozys
50,3 Christian Wulffs
56,9 Siegmar Gabriels
57,2 Christine Lieberknechts
108,8 Bundestagsabgeordnete oder
278 Aschenbrenners.

“Oscar”-Kolumne: Der Wulff und die 185 Geiseln

Stefan Winterbauer zog unlängst auf meedia.de eine „verkorkste Medien-Bilanz des neuen Bundespräsidenten“ Christian Wulff: Hängepartie bei der Wahl, unglücklicher Auftritt zur Fußball-WM, Mallorca-Urlaub in der Villa eines Industrie-Spezis, dubiose Rolle beim Sarrazin-Deal, Ermittlung wegen illegaler Wahlkampfhilfe. Zuletzt eine „Stern“-Umfrage: Nur 44 % des Volkes seien „zufrieden“ mit seiner Amtsführung.

Eine deprimierende 86-Tage-Bilanz, nicht? Dabei deckte Winterbauer noch den Mantel des Schweigens übers „Desaster von Gotha“. Weiterlesen

“Herr Goebbels”

Gelegentlich schrieb ich schon darüber, dass ich meinem Freund Maik S. einen Gefallen tue. Einen publizistischen. Ich kolumniere in seinem “Oscar am Freitag”.

Das tat ich auch diesmal unter dem sicherlich provokanten Titel “Reichsparteitag” (kann man auch hier im Blog nachlesen).

Wie das bei Kolumnen üblich ist, ziert sie mein Konterfei. Aus Eitelkeit allemal. Mehr aber noch aus meinem Selbstverständnis, dass der, der sie liest, sich auch ein Bild von dem machen sollte, der sie absondert.

Einen gewissen Wiedererkennungseffekt in unserem geruhsamen Städtchen – und auch ein paar Autominuten darüber hinaus – genieße ich dadurch und ebenso aus dem Umstand, dass “der Aschenbrenner” einst über etliche Jahre das großmäulige, respektlose Frontschwein für die “Thüringer Allgemeine” gab.

Der “Oscar” samt “Reichsparteitag” erschien am Freitag. Gestern Nachmittag klingelte nun das Handy. Eine lokalkolorierte Mannes-Stimme wünschte, ich möge doch zu den Kanaken ziehen. Ehe ich für den Tipp danken konnte, hatte er aufgelegt.

Die SMS eine halbe Stunde später richtete “Herrn Goebbels” aus, er möge sich dafür schämen, dass er seine DDR-Schulbildung vergessen habe und jetzt im braunen Sumpf geendet sei. Dem Absender werde ich dieser Tage antworten, weil er wohl eher unabsichtlich seine Handy-Nummer mit übertragen hat.

Beim Einkaufen meinte die “Kaufland”-Kassiererin, sie habe sich auch über die ZDF-Sportfrau aufgeregt. Und – das verwunderte mich dann doch noch mehr – sie finde das gut, was ich in meinem Blog wegen “der Emmely” geschrieben habe …

Ich bin stolz.

Nicht, weil andere sich Zeit nehmen, das zu lesen, was ich fabriziere. Sondern, dass sie davon angeregt zu werden, zu reagieren. Ist das doch ein Zeichen, dass es über Ballacks Knöchel und Cacaus Bauchmuskel oder die Tätowierung der künftigen Bundes-Bettina Wulff hinaus Dinge gibt, für die sich Menschen in diesem Land interessieren.

P.S. Um an die “Reichsparteitag”-Kolumne anzuknüpfen – auch “Frontschwein” ist nicht Nazi-Jargon, sondern der der deutschen Soldaten in den Schützengräben der beiden Kriege des vorigen Jahrhunderts …