Heute vor 23 Jahren: Captain Picard startet

Am 28. September 1987 erklingt erstmals im amerikanischen Fernsehen die Titelmelodie für “Star Trek: The Next Generation” (Abkürzung: TNG). Lange mussten die Fans auf diese erste Fortsetzung der Serie “Star Trek ” warten, die 1966-1969 (Kürzel: TOS – The Original Series) lief.

TNG wird bis 1994 produziert und in den USA ausgestrahlt. Sie gilt aufgrund der Quoten als eine der bedeutendsten Fernsehproduktionen in den USA.

Am 1. September 1990 hieß es dann im ZDF:

“Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiffs Enterprise, das viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs ist, um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. Die Enterprise dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.”

Witzig ist, dass dies eine nur unzureichende Übersetzung des Originals ist. Eigentlich müsste der Text heißen:

“Der Weltraum, die letzte Herausforderung. Dies sind die Reisen des Raumschiffs Enterprise. Seine fortwährende Mission: Fremde, neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen aufzuspüren und mutig dorthin vorzustoßen, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.”

In sieben Staffeln gab es 178 Episoden, bei denen Capitain Jean-Luc Picard das kommando führt. Üblicherweise hat eine Season 27 Episoden. Aber ein Autorenstreik hatte zur Folge, dass Season 2 nur 22 Episoden lang war.

Picard-Darsteller Patrick Steward wird mit dieser Rolle weltweit berühmt, schafft es aber nach dem Ende der Serie und nach vier “Star Trek”-Kinofilmen “seiner” Crew weiterhin eine glanzvolle Karriere auch außerhalb des Star-Trek-Universums zu machen.

“Oscar”-Kolumne: Der Wulff und die 185 Geiseln

Stefan Winterbauer zog unlängst auf meedia.de eine „verkorkste Medien-Bilanz des neuen Bundespräsidenten“ Christian Wulff: Hängepartie bei der Wahl, unglücklicher Auftritt zur Fußball-WM, Mallorca-Urlaub in der Villa eines Industrie-Spezis, dubiose Rolle beim Sarrazin-Deal, Ermittlung wegen illegaler Wahlkampfhilfe. Zuletzt eine „Stern“-Umfrage: Nur 44 % des Volkes seien „zufrieden“ mit seiner Amtsführung.

Eine deprimierende 86-Tage-Bilanz, nicht? Dabei deckte Winterbauer noch den Mantel des Schweigens übers „Desaster von Gotha“. Weiterlesen

“Oscar”-Kolumne: Reichsparteitag

Wie wird eine Fußballmannschaft unbesiegbar? Durch jüdische Stürmer. Die dürfen nicht verfolgt werden …

Sie lachen nicht? Können Sie aber. Dieser Witz ist koscher. Weil ihn der jüdische Komödiant Oliver Polak erzählt. Polak (Jahrgang 1976) macht seit 2006 „Stand up“-Comedy, sein aktuelles Programm heißt „Jud süß-sauer“. Auch das hat sein Aufwachsen als deutscher Jude im norddeutschen Papenburg zum Thema, befasst sich selbstironisch mit dem Verhältnis von nichtjüdischen und jüdischen Deutschen (hier ein 7 min.-Video von Polaks Lesung 2009 aus seinem Buch “Ich bin Jude – ich darf das”). Beispiel gefällig? „Lassen Sie uns unverkrampft miteinander umgehen: Ich vergesse die Sache mit dem Holocaust. Und Sie verzeihen uns Michel Friedman.“ Weiterlesen

“Arschlöcher, alles nur Arschlöcher …”

Jüngst in der Kantine einer renommierten Krankenkasse. Hatte da mit deren Presse-Fuzzis zu tun. Den Kaffee danach genehmigte ich mir allein (was auch heißt: ICH habe ihn bezahlt …).

So unerkannt, wurde ich Ohrenzeuge, wie sich zwei vorständige Besserbekleidete unterhielten. Über die Wichser von den Medien. Die Schmierfinken. “Arschlöcher, alles Arschlöcher …”, kotzte sich der eine beim anderen aus. Ursache seines Frustes: Einer meiner Kollegen – einer der wenigen, der das noch macht – hatte eine offensichtlich schönfärberische Darstellung des Mannes gegengecheckt und in seinem Beitrag dann enttarnt.

Der überbezahlte Unterbelichtete kriegte regelrecht die Wut, versprühte Gift, Galle & Speicheltropfen.

Gut so, dachte ich. Gut, dass es noch Leute mit Kreuz gibt.

Heute lese ich, dass der Ex-”Titanic”- Chefredakteur und jetzige Autor der Satire “Heute Show”, Martin Sonneborn, einen Pharmalobbyisten zum Hans Wurst gemacht hat. Gesendet wurden nämlich jene Teile des Gespräches, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren: freimütige Aussagen des Pharma-Funktionärs über all das, was wohl keineswegs im Interesse seines Verbandes war.

So weit, so gut.

Das Problem: Sonneborn gab sich als Redakteur des ZDF und für die Sendungen “heute” und “heute Journal” aus. Jetzt machen die Mainzer Terror. Sonneborn darf das nicht mehr machen.

Sicher ist’s nicht fein, unter falscher Flagge zu segeln.

Doch hat ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut eigentlich auch nur einen Augenblick nachgedacht, bevor er gegen die Satiriker zu Felde zog? Was bedeutet denn die Geschichte?

Sie bedeutet, dass man mit den Öffentlich-Rechtlichen dealen kann; etwas erzählen, was dann nicht gesendet wird …

Das nenne ich Kungelei.

Dumm nur, dass so ein Leit-Medium wie “Spiegel-Online” die ZDF-Steilvorlage ebenfalls ungeprüft, daher unbedacht und unkommentiert ins Spielfeld kickt …

Pleitgen und Brender bei Spitzel-Thema einig

Ex-WDR-Intendant Fritz Pleitgen unterstützt ZDF-Chef-”Provokateur” Nikolaus Brender: Der hatte für erheblichen Wirbel gesorgt, weil er Kritik an der Einflussnahme politischer Parteien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk übte.

“Ich kann an den Feststellungen von Nikolaus Brender nichts Unzutreffendes feststellen. Er hat in Brender-Manier Schwächen des Systems deutlich benannt. Der Sache kann die Klarheit nur helfen” sagte Pleitgen laut BILD.

Klaus Bresser, der Brender-Vorgänger beim ZDF, findet hingegen die “Spitzel”-Vorwürfe überzogen: Das IM-System in der ehemaligen DDR habe eine ganz andere Dimension gehabt und Existenzen vernichtet. Daher sei der Vergleich falsch. Er soll aber gegenüber dem Hessischen Rundfunk bestätigt haben, dass es “Zuträger der Parteien in den Sendern” gebe, schreibt “Spiegel Online”.

Nikolaus Brender – der ZDF-Chef-”Provokateur”

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender scheut keinen Konflikt: Jüngstes Beispiel ist sein “Spiegel”-Interview (hier). Darin macht er den Parteien den Vorwurf, sich ein “internes Spitzelsystem” beim ZDF aufgebaut zu haben – samt IM, “vergleichbar mit denen der DDR”. Ersten Widerspruch erntete Brender von Hubertus Knabe, dem Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen. Der monierte, Brender stelle sich so “auf eine Stufe mit den Opfern der Stasi”. Die CDU hingegen wolle Brender wegen der Provokation an die Pensionszahlungen, meldet “Bild” (hier).